30 Jahre Museum Katyń

Am 29. Juni 2023 wurde auf dem Gelände der Warschauer Zitadelle feierlich des 30. Jahrestages der Gründung des Museums Katyn gedacht. Die Jubiläumsfeierlichkeiten begannen mit einer Feldmesse, an der zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Katyn-Gedenk- und Opferfamilienverbände teilnahmen. Die Messe wurde von Bischof Wiesław Lechowicz, dem Militärbischof der Polnischen Streitkräfte, zelebriert. Vor Beginn der Liturgie erklang die Katyn-Glocke, deren Ton an das Opfer der polnischen Kriegsgefangenen erinnert. Sie ist eine Nachbildung der Glocken, die sich auf den polnischen Soldatenfriedhöfen im Osten befinden.
Der Leiter des Museums Katyn, Sławomir Frątczak, der als Gastgeber der Veranstaltung das Wort ergriff, betonte in seiner Ansprache, dass die Entstehung des Museums dem großen Engagement der Mitglieder des Vereins der Katyn-Familien sowie der nicht in diesem Verband organisierten Angehörigen der Opfer zu verdanken sei. Es war ein Umfeld, das sich trotz der kommunistischen Unterdrückung über viele Jahre hinweg nicht mit der Lüge über Katyn abfinden wollte.
Die Vorsitzende der Föderation der Katyn-Familien, Izabella Sariusz-Skąpska, erklärte: „Das Museum Katyn sollte ein Zeugnis unserer Anwesenheit sein. Wir vergehen, aber das Museum wird bestehen bleiben. Die Herzen unserer Angehörigen, der Opfer des Katyn-Verbrechens, haben in diesen Mauern Zuflucht gefunden. Jeder, der hier arbeitet, möge daran denken, welches Vermächtnis er bewahrt […] Den heutigen und künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinterlassen wir unsere Botschaft: Denken Sie daran, wir haben Ihnen ein einzigartiges Vermächtnis anvertraut – die aus den Todesgruben von Katyn, Charkiw, Mednoje und Bykiwnja geborgenen Artefakte. Denken Sie daran: Dies sind keine gewöhnlichen Exponate, sondern Beweise für ein Verbrechen. Schützen Sie sie vor der Zerstörung.“
Anschließend sprachen die eingeladenen Gäste. Zudem wurden Grußschreiben von Elżbieta Witek, der Präsidentin des Sejm der Republik Polen, Mariusz Błaszczak, dem Minister für Nationale Verteidigung, sowie Jan Józef Kasprzyk, dem Leiter des Amtes für Kriegsveteranen und Opfer politischer Repressionen, verlesen.
„Die Tragödie von Katyn hat nicht nur in den Herzen der Angehörigen, sondern auch im gesellschaftlichen Bewusstsein schmerzhafte Spuren hinterlassen. Aus Schmerz, Verzweiflung und dem Gefühl der Ungerechtigkeit entstand der gemeinsame Wunsch, der Opfer zu gedenken. Die Eröffnung des Museums Katyn war ein außergewöhnliches Ereignis und die Krönung dieser Bestrebungen“, schrieb die Sejmmarschallin der Republik Polen, Elżbieta Witek, in ihrem anlässlich der Feierlichkeiten verlesenen Grußschreiben.
„Katyn ist ein Symbol für das Martyrium Tausender Polen und die Grausamkeit der sowjetischen Besatzer. Katyn steht zugleich für Jahrzehnte der bewussten Verfälschung der Geschichte und der Verfolgung all jener, die die Wahrheit über das Schicksal der polnischen Kriegsgefangenen einforderten“, schrieb der Leiter des Amtes für Kriegsveteranen und Opfer politischer Repressionen, Jan Józef Kasprzyk, in seinem während der Feierlichkeiten verlesenen Grußschreiben. „Das Museum Katyn ist heute eine Gedenkstätte, in der erschütternde und zugleich oft zutiefst bewegende Erinnerungsstücke der Ermordeten bewahrt werden. Anlässlich dieses schönen Jubiläums wünsche ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Museums Erfolg und Erfüllung bei der Wahrnehmung der ihnen anvertrauten Aufgabe“, fügte er hinzu.
Ein weiterer Programmpunkt der Feierlichkeiten war die Kranzniederlegung am Katyn-Epitaph.
An der Feier nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Vereins der Katyn-Familien, der Abgeordnete Jarosław Krajewski als Vertreter der Sejmmarschallin der Republik Polen, Elżbieta Witek, Łukasz Kudlicki, Leiter des Kabinetts des Ministers für Nationale Verteidigung, Renata Sułek als Vertreterin des Leiters des Amtes für Kriegsveteranen und Opfer politischer Repressionen, Jan Józef Kasprzyk, Sławomir Adamiec, Generaldirektor des Ministeriums für Nationale Bildung, die ungarische Botschafterin Orsolya Zsuzsanna Kovács, der Botschaftsrat der Ukraine Vitalii Bilyi sowie Rabbiner Chaim Icchak Rapaport teil.
Anwesend waren außerdem Vertreterinnen und Vertreter der Polnischen Streitkräfte und anderer uniformierter Dienste sowie des Instituts für Nationales Gedenken, des Archivs der Neuen Akten, der russischen Gesellschaft Memorial, der Zentralen Militärbibliothek, des Museums des Warschauer Ghettos, des Museums des Hauses der Familie Pilecki, des Museums Stutthof, des Büros für historische Bildung des Polizeimuseums, der Stiftung Golgota des Ostens, des Vereins zum Gedenken an die Katyn-Kapläne, der Stiftung „Vor dem Vergessen bewahren“, des Verbandes der Reserveoffiziere der Republik Polen sowie der Woiwode der Woiwodschaft Podlaskie.





