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Buchpräsentation von David A. Stewarts „Katyn Forest Massacre 1940. A Selection of Declassified U.S. Government Documents” Band I

David Stewart und die Übersetzerin Anastazja Pindor am Konferenztisch. Im Vordergrund sind Exemplare der Publikation zu sehen.

Am 16. September 2023, am Vorabend des 84. Jahrestages des sowjetischen Überfalls auf Polen, fand im Katyń-Museum die Präsentation des Buches von David A. Stewart „Katyn Forest Massacre 1940. A Selection of Declassified U.S. Government Documents. Zbrodnia w Lesie Katyńskim 1940 r. Wybór odtajnionych dokumentów Stanów Zjednoczonych“ Band I, statt.
Der Autor widmete das Buch „den im Wald von Katyń ermordeten Offizieren der Polnischen Armee sowie Captain Donald B. Stewart, Lieutenant Colonel John H. Van Vliet Jr. und Lieutenant Colonel Henry I. Szymanski – Offizieren der US-Armee, die Berichte nach Washington sandten und darin die Sowjets als Täter des Verbrechens von Katyń benannten“.
Die Publikation basiert auf Hunderten von Archivdokumenten, die der Autor in den Beständen der National Archives and Records Administration (NARA) in College Park, Maryland (Archives II), recherchiert hat. Der erste Band enthält bislang unveröffentlichte Quellen aus den Jahren 1940–1943 sowie Dokumente zur Geschichte des Verbrechens, das 1940 an polnischen Staatsbürgern und Kriegsgefangenen verübt wurde.
Zu den besonderen Vorzügen des Buches zählen die abgedruckten Scans von Originaldokumenten. Dazu gehören Zeugenaussagen von Personen, die in Smolensk oder dessen Umgebung lebten, diplomatische Noten von General Władysław Sikorski und Józef Czapski, diplomatische Korrespondenz, Briefe der Ehefrauen polnischer Offiziere, die 1939 von den Sowjets gefangen genommen wurden und an Helena Sikorska, die Ehefrau von General Sikorski, gerichtet waren, Protokolle diplomatischer Gespräche sowie weitere Archivmaterialien.
David A. Stewart ist der Sohn von Captain Donald B. Stewart, der sich im Frühjahr 1943 im Wald von Katyń aufhielt. Gemeinsam mit Lieutenant Colonel John H. Van Vliet, beide Kriegsgefangene im Oflag 64 in Szubin, wurde er von den deutschen Behörden als amerikanischer Vertreter in eine besondere Gruppe alliierter Kriegsgefangener berufen, die am 13. Mai 1943 zu den dort stattfindenden Exhumierungen nach Katyń entsandt wurde.
Als Augenzeugen beobachteten sie die Bergung der sterblichen Überreste ermordeter Polen aus den Massengräbern und sahen Gegenstände, die aus den Gruben geborgen wurden und eindeutig auf die sowjetische Verantwortung für das Verbrechen hinwiesen. Donald B. Stewart war zudem der erste Zeuge, der am 11. Oktober 1951 vor dem Sonderausschuss des US-Repräsentantenhauses zur Untersuchung der Tatsachen, Beweise und Umstände des Verbrechens von Katyń (der sogenannten Madden-Kommission) aussagte.
Das Buch stellt eine unschätzbare faktografische Quelle dar. Es zeigt die politischen Rahmenbedingungen der Katyn-Frage von ihren Anfängen an auf, legt politischen Zynismus offen und würdigt zugleich diejenigen, die für die Wahrheit über die ermordeten polnischen Staatsbürger und Kriegsgefangenen – die Opfer des Verbrechens von Katyń – eintraten.
Die Begegnung mit dem Autor wurde von einem Monodrama begleitet, das Hubert Kułacz auf Grundlage des Buches Na nieludzkiej ziemi von Józef Czapski aufführte.

Die Veranstaltung bot zudem Gelegenheit, das Katyń-Museum sowie dessen Mitarbeiter – den Museumsleiter Sławomir Z. Frątczak und den Kurator Sebastian Karwat – mit dem Erinnerungsabzeichen zum 100-jährigen Bestehen der Schlesischen Woiwodschaftspolizei auszuzeichnen. Die Auszeichnungen wurden im Namen des gesamtpolnischen Vereins „Polizeifamilie 1939“ von der stellvertretenden Vorsitzenden Małgorzata Włodek überreicht.
David A. Stewart sowie die Museumsmitarbeiter Dr. Bartłomiej Bydoń, Sebastian Karwat und Piotr Skotnicki erhielten darüber hinaus die Medaille Pro Patria.


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