Dowody zbrodni. Przedmioty z polskich grobów odkrytych na cmentarzu w Kijowie-Bykowni
[Veröffentlichungstitel auf Deutsch: Beweise des Verbrechens. Gegenstände aus den polnischen Gräbern auf dem Friedhof von Kiew-Bykiwnja]
Jahrzehntelang verbargen die Wälder von Bykiwnja bei Kiew Spuren stalinistischer Verbrechen. Zu den Opfern der stalinistischen Repression, die seit Mitte der 1930er Jahre im Darnyzja-Wald bestattet wurden, gehörten auch polnische Staatsbürger, die 1940 aufgrund des Beschlusses der sowjetischen Führung ermordet wurden, der als Katyn-Beschluss bekannt wurde.
Die polnischen archäologischen Untersuchungen und Exhumierungsarbeiten in Bykiwnja begannen 2001. In mehreren Forschungsphasen untersuchte ein Team der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Toruń unter der Leitung von Prof. Andrzej Kola im Auftrag des Rates zum Schutz des Gedenkens an Kampf und Martyrium alle 210 Grabgruben. In 70 von ihnen wurden Gegenstände gefunden, die auf die Bestattung polnischer Opfer hinwiesen. Im Zuge der Arbeiten konnten die sterblichen Überreste von 1.994 ermordeten Polen identifiziert und mehr als 5.000 ihnen zugehörige Gegenstände geborgen werden. Dokumente, Fragmente von Uniformen und Kleidung, Schuhe, persönliche Gegenstände und andere erhaltene Ausstattungsgegenstände wurden zu einer außerordentlich wichtigen Quelle für die Erforschung der Opfer. Ihre Analyse ermöglichte es nicht nur, den polnischen Charakter eines Teils der Bestattungen zu bestätigen, sondern auch materielle Spuren aus dem Leben von Menschen zu rekonstruieren, deren Leben brutal ausgelöscht wurde. Jeder dieser Gegenstände ist zugleich ein Zeugnis des Verbrechens und eine materielle Spur der Erinnerung an seine Opfer.
Die Arbeiten in Bykiwnja machten auch das Ausmaß der zuvor am Ort der Bestattungen angerichteten Zerstörungen sichtbar. Aufgrund nicht dokumentierter Exhumierungen und der Verwüstung von Gräbern in den 1970er und 1980er Jahren war eine vollständige Identifizierung der Opfer nicht mehr möglich. Umso größer ist die Bedeutung der erhaltenen Gegenstände, die es heute ermöglichen, die Geschichte des Ortes und seiner Opfer zu erschließen.
Das Buch ist nicht nur eine Dokumentation der in Bykiwnja durchgeführten archäologischen Arbeiten. Es erzählt vor allem die Geschichte von Gegenständen, die den Tod ihrer Besitzer und Jahrzehnte im Verborgenen unter der Erde überdauert haben. Ein bedeutender Teil der aus den polnischen Gräbern geborgenen Artefakte gelangte anschließend in polnische und ukrainische Institutionen; viele von ihnen fanden ihren Platz im Katyn-Museum – der Martyrologie-Abteilung des Polnischen Armeemuseums in Warschau. Ihrer Geschichte, ihrer Bedeutung und ihrem Platz in der Museumssammlung ist die vorliegende Publikation gewidmet. Die Publikation dokumentiert diese einzigartige Sammlung – von der Auffindung der Gegenstände in den Gräbern über ihre Sicherung und Dokumentation bis hin zu ihrer Aufnahme in die Bestände des Katyn-Museums. Sie zeigt Bykiwnja – den vierten Katyn-Friedhof – anhand der materiellen Zeugnisse des Verbrechens: persönliche Gegenstände, Bestandteile von Uniformen und Ausrüstung, die nicht nur zu historischen Objekten, sondern auch zu Beweisen des Verbrechens von Katyn und zu materiellen Zeugnissen der Erinnerung geworden sind. Die Publikation enthält ein Verzeichnis der aus den einzelnen Gräbern geborgenen Objekte, die als Bestattungen polnischer Gefangener identifiziert wurden. Jedes archäologische Artefakt wird kurz beschrieben; angegeben werden außerdem seine Maße und eine Abbildungsfotografie.
Sławomir Z. Frątczak, der damalige Leiter des Katyn-Museums, schrieb im Vorwort zur Publikation: Nach vielen Jahren der Exhumierungsarbeiten, die von einem Team aus Archäologen und Fachleuten aus Toruń unter der Leitung von Prof. Andrzej Kola im Auftrag des Rates zum Schutz des Gedenkens an Kampf und Martyrium durchgeführt wurden, fand ein bedeutender Teil der in den Grabgruben von Bykiwnja geborgenen Reliquien schließlich sein „Zuhause“ im Katyn-Museum – der Martyrologie-Abteilung des Polnischen Armeemuseums in Warschau. Die vorliegende Publikation ist eine Art Dokumentation über den Aufbau dieser einzigartigen Sammlung von Katyn-Reliquien aus Bykiwnja. Sie stellt eine wichtige Ergänzung zu einem der wesentlichen Elemente des Auftrags des Katyn-Museums dar: der Sammlung von Artefakten, die zugleich die Erinnerung an die Generationen der Republik Polen, „Beweise des Verbrechens“ und eine Form des memento mori sind..
Autoren: Sławomir Z. Frątczak, Mieczysław Góra, Andrzej Kola, Adam Kuczyński, Dominika Siemińska, Michał Siemiński
Herausgeber: Graf_ika, Usługi Wydawnicze, Iwona Knechta
ISBN: 978-83-6560251-0
Sprache: Polnisch
Format: A4, Hardcover
Umfang: 307, [1] Seiten
Erscheinungsjahr: 2018
Publikation nicht im Verkauf erhältlich



