Museumsnacht 2026 im Katyn-Museum

Eine weitere Ausgabe der Museumsnacht ist zu Ende gegangen und hat Besucherinnen und Besucher zu einem Abend zusammengebracht, der der Geschichte, der Kunst und der Reflexion gewidmet war.
Im Laufe der Veranstaltung stießen die Führungen durch die Dauerausstellung auf großes Interesse. Sie boten den Gästen die Möglichkeit, sich intensiver mit der zentralen Erzählung und den Sammlungen des Museums auseinanderzusetzen. Ein besonderer Schwerpunkt des Abends lag auf der Sonderausstellung „Totemische Figur Nr. 107 von Jan Lebenstein. Eine Einbild-Ausstellung“, die zu einem wichtigen Ort der Auseinandersetzung mit dem Werk des Künstlers sowie dem historischen Kontext des gezeigten Gemäldes wurde.
Um 18:00 Uhr fand ein Gespräch mit Ida Nowakowska statt, die über das Werk von Jan Lebenstein und das in der Sonderausstellung präsentierte Gemälde sprach. Das Werk, inspiriert von einem Foto aus Katyn vom Mai 1943, bietet eine eindrucksvolle künstlerische Neuinterpretation der Geschichte und lädt die Betrachtenden dazu ein, über eines der tragischsten Kapitel des 20. Jahrhunderts nachzudenken.
Der Abend endete mit einer Aufführung des Hörspiels „Post Mortem. Die Geschichte von Zofia Dwornik“, gefolgt von einem Gespräch mit den Machern – dem Regisseur Mikołaj Szczęśny und dem Schauspieler Adam Woronowicz. Die Handlung spielt im Nachkriegspolen und im Umfeld der Filmhochschule in Łódź und verwebt individuelle menschliche Erfahrungen mit dem anhaltenden Schatten des Massakers von Katyn und bietet damit eine bewegende Reflexion über Erinnerung und moralische Komplexität.
Das Gespräch mit den Machern und dem Publikum wurde von Zofia Kunert moderiert. Ihre Moderation verlieh der Diskussion sowohl Tiefe als auch einen klaren historischen und kulturellen Rahmen. In ihren Fragen und Überlegungen verwies sie auch auf das Werk von Andrzej Wajda und zeigte gemeinsam mit den Beteiligten, wie seine Filme Teil eines umfassenderen Narrativs über Erinnerung, Geschichte und die Verantwortung des Künstlers gegenüber der Realität sind. Ihr Beitrag trug zudem dazu bei, die Figur der Zofia Dwornik stärker hervortreten zu lassen – ihre komplexe, mutige und zugleich ambivalente Haltung gegenüber dem Regime wurde zu einem der zentralen Punkte des Abends und regte zur Reflexion über individuelle Entscheidungen in Zeiten von Einschränkung und Druck an.
Wir danken allen unseren Gästen für ihre Anwesenheit.





