Präsentation des Albums „Dla Niepodległej – opowieść o historii i tradycji Służby Więziennej“

Am 20. April 2023 fand im Katyn-Museum die Präsentation des Albums „Dla Niepodległej – opowieść o historii i tradycji Służby Więziennej“ (auf Deutsch: Für das unabhängige Polen – Eine Geschichte über die Geschichte und Tradition der Gefängnisverwaltung) statt. Die Publikation vermittelt die Geschichte und das Ethos der polnischen Gefängnisverwaltung der Vorkriegszeit und erinnert an die Angehörigen dieser Formation, die Opfer des Zweiten Weltkriegs wurden. Der stellvertretende Justizminister Michał Woś betonte, dass das Album auch von den Gefängnisbeamten erzählt, die von den sowjetischen Behörden in Katyn ermordet wurden, und ihren Beitrag zum Dienst für das unabhängige Polen würdigt.
Der Generaldirektor der Gefängnisverwaltung, General Jacek Kitliński, erinnerte daran, dass unter den im Krieg gefallenen Angehörigen der Gefängnisverwaltung die größte Gruppe – mehr als 400 Personen – den Opfern des Massakers von Katyn angehörte. Wie er hervorhob, soll die Publikation die Erinnerung an diese Helden und die Werte bewahren, denen sie bis zuletzt treu geblieben sind.
Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die Übergabe von siebzehn Originalfotografien der Exhumierungen in Katyn aus dem Jahr 1943 an das Katyn-Museum. Die Fotografien wurden in Italien von dem ehemaligen Gefängnisbeamten Marek Kwiliński entdeckt. Die einzigartigen Aufnahmen wurden zusammen mit einem Exemplar der Erstausgabe des Buches Monte Cassino von Melchior Wańkowicz erworben und anschließend vom Historisch-Explorativen Verein „Rosenthal“ aus Bartoszyce dem Museum übergeben. Es handelt sich um originale, bislang unveröffentlichte Abzüge, die unter anderem Massengräber sowie Gegenstände zeigen, die den ermordeten polnischen Offizieren gehörten. Der Direktor des Katyn-Museums, Sławomir Frątczak, unterstrich, dass die übergebenen Fotografien ein außerordentlich wertvolles historisches Zeugnis darstellen und die Sammlung des Museums bereichern, das seit vielen Jahren Erinnerungsstücke im Zusammenhang mit dem Massaker von Katyn sammelt und bewahrt. Solche Exponate ermöglichen es, die tragischen Ereignisse des Jahres 1940 anschaulicher darzustellen und das Wissen darüber an kommende Generationen weiterzugeben. Unter den übergebenen Fotografien befanden sich auch Aufnahmen persönlicher Gegenstände der ermordeten Offiziere. Ein Teil der Materialien wurde den Familien der Opfer zugänglich gemacht. Von besonderer Bedeutung war die Fotografie des Ordens Virtuti Militari von Oberstleutnant Andrzej Hałaciński, der während der Exhumierungen in Katyn gefunden wurde. Für seine Enkelin Kinga Hałacińska war die Möglichkeit, eine deutliche Aufnahme dieser Auszeichnung zu sehen, ein bewegendes Erlebnis und ein wichtiger Bezug zur eigenen Familiengeschichte.
Die Veranstaltung bot die Gelegenheit, an die in Katyn ermordeten Angehörigen der Gefängnisverwaltung zu erinnern und die Bedeutung der Bewahrung materieller Zeugnisse der Geschichte für das Gedenken an die Opfer dieses Verbrechens hervorzuheben.





