Premiere des Dokumentarfilms „W jednej chwili…”

Am 10. April 2025 um 18.00 Uhr wurde auf dem Kanal IPNtv der Dokumentarfilm „W jednej chwili…” (auf Deutsch: In einem Augenblick…) erstmals ausgestrahlt. Der Film enthält aufgezeichnete Erinnerungen von Maria Czernek, der letzten noch lebenden Witwe eines polnischen Polizisten, der 1940 vom NKWD in Twer ermordet wurde. Das Gespräch wurde am 10. Februar 2017 im Katyn-Museum als Zeitzeugeninterview aufgezeichnet.
Während ihres Besuchs im Katyn-Museum besichtigte Maria Czernek die Ausstellung in Begleitung von Sebastian Karwat, dem heutigen Leiter des Museums.
Im Dokumentarfilm erzählt Maria Czernek von ihrer Jugend im Łódź der Vorkriegszeit, vom Ausbruch des Krieges und ihrem Leben während der deutschen Besatzung. Sie erinnert sich auch an ihren Ehemann Jan Borkowski, einen Polizisten und Telegrafisten, den sie im Mai 1939 heiratete. Im September desselben Jahres wurde er zusammen mit anderen Polizisten nach Osten evakuiert und in das Lager Ostaschkow gebracht. Viele Jahre lang hatte sie keine verlässlichen Informationen über sein Schicksal. Eine der letzten Nachrichten erhielt sie von einem jungen Mann, der aus Ostaschkow entlassen worden war und ihr erzählte, dass er dort mit Jan Borkowski im selben Raum gewesen war. „Mein Mann fragte, wo ich wohne (…) und sagte: ›Ach, das ist ganz in der Nähe meiner Frau, geh dorthin und sag ihr, dass ich lebe, dass alles in Ordnung ist, dass es uns vorerst gut geht‹“, erinnerte sich Maria Czernek.
Besonders eindringlich sprach sie darüber, wie der Krieg ihre Pläne für die Zukunft und die gemeinsamen Träume mit ihrem Ehemann zunichtemachte: „Alles war in den Träumen. Ein Studium war in den Träumen, alles war es (…). Und dann war alles in einem Augenblick dahin.“ Sie erzählte auch von ihrer jahrelangen Suche nach ihrem Mann und von ihrer Sehnsucht: „Die Wohnung war verdunkelt, und ich stand Nacht für Nacht am Fenster – wie viele Nächte, weil es mir schien, als wäre jemand gekommen, und vielleicht würde auch er zu mir kommen?“ Sie erinnerte sich außerdem an die Tätigkeit der Katyn-Familien sowie an ihre Reisen nach Katyn und Mednoje. Dazu gehörte auch der Moment, als sie während der Exhumierungen im Jahr 1991 erstmals den Ort des Verbrechens und die exhumierten sterblichen Überreste der Opfer sah. „Als wir diesen Wald betraten, weinten wir alle, denn dieser Wald war so seltsam, und die Bäume – so klein, so dünn, und alle zitterten so. Diese kleinen Blätter, mein Gott, es war, als wären sie auf diesem Blut, auf diesen Leichen gewachsen, und als würden sie weinen“, sagte sie.





